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Wertschätzung

  • vor 6 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 5 Tagen

Frau mit blauer Jeansjacke (Nicolle Buttler) an einer Wand lehnend

Ich hatte heute einen besonderen Fotoauftrag. Bei meinem Arbeitgeber fand eine internationale, interne Veranstaltung statt und ich wurde gefragt, ob ich diesen Tag fotografisch festhalten kann. Für mich war das ein Zeichen von Wertschätzung, gefolgt von Dankbarkeit, mit meinen Fähigkeiten gesehen zu werden.


Ich werde oft gefragt, wie ich zu meiner Selbstständigkeit kam und das Spannende daran ist, dass die Motivation für meine Fotokurse für Kinder ihren Ursprung in meinem Hauptjob hatte. Dies ist nun 10 Jahre her. Damals hatte ich vorgeschlagen, Kollegen im Labor die Kameratechnik zu erklären. Die Fotodokumentation ist ein wichtiger Bestandteil der Erprobung. Mir wurde damals gesagt, ich wäre zu anspruchsvoll, wenn ich auf das Verständnis der Technik wert lege und eine Arbeitsanweisung mir nicht ausreicht. Zu der Zeit kam mein Sohn in die Grundschule und der Förderverein fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, Kinder für die Fotografie zu begeistern. Für mich war diese Idee eine viel größere Herausforderung, als technikaffinen Kollegen die Basics zu erklären. Aber ich dachte mir: „Jetzt erst recht!“. Ich konnte mit meinen Ideen viele Grundschulkinder und später auch Kinder der 5./6. Klasse begeistern. Die Verkaufszahlen von meinem daraus entstandenen Buch, „Der Fotokurs für junge Fotograf*Innen“ spiegeln mir das wider (über 7000 verkaufte Exemplare).


Heute war ich nun mitten unter all den Kollegen, die mich als Ingenieurin kennen, die mit mir schon so manche Projekte in den fast 20 Jahren bearbeitet haben und mich nun als Fotografin erleben durften. Etwas seltsames Gefühl gebe ich zu.


Ein Keynote-Speaker fragte mich, ob die Fotografie mein Hobby sei. Als ich meinte, dass ich seit über 8 Jahren nebenberuflich selbstständig bin, meinte er, er hätte großen Respekt davor. Wow, dachte ich mir! Der Mann scheint zu wissen, was zu einer Selbstständigkeit dazu gehört. Ich brauchte mich nicht – wie so oft – dafür rechtfertigen, dass ich doch meinem "Hobby" nachgehe, weil mir das Fotografieren ja Spaß macht. Ich brauchte mich nicht verteidigen, dass ich „nur“ 30 Stunden in der Woche in meinem Hauptjob arbeite und doch in Summe ein „chilliges“ Leben, bzw. eine klasse „Work-Life-Balance“ habe. Und dieser Mann ging auch nicht davon aus, dass ich das nicht aus finanziellen Gründen mache.


Selten werde ich gefragt, was alles dazu gehört. Eher, ob es sich wirklich lohnt, oder es nicht besser wäre, ich würde Vollzeit arbeiten (mittlerweile wären das 35h/Woche). Immer wieder gerate ich in die Falle, mich dafür zu rechtfertigen, dass ich mir mit den 2 Standbeinen die Möglichkeit gebe, meiner Rolle als Mutter gerecht zu werden. Mein Sohn braucht mich heute kaum noch am Nachmittag, aber so ganz sind die Fahrdienste doch nicht wegzudenken. Ich genieße es, dass ich oft vor 4 nach Hause komme, das stimmt. Was aber kaum jemand sieht, sind die Stunden am Abend und an den Wochenenden, die eine 40h/Woche locker auffüllen und das Abschalten erschweren. Es ist eine andere „Work-Life-Balance“, selbstbestimmter, für die ich mich bewusst entschieden habe und auch nicht aufgeben möchte. Ich frage mich nur, wann es in den Köpfen ankommt, dass so viele Frauen diesen Weg gehen, um ihren Rollen gerecht zu werden. Es ist vergleichbar mit dem Bild von Lehrerinnen und Lehrern, die ab dem frühen Nachmittag ja "frei" haben. Ich sehe in meinem persönlichen Umfeld, dass dem definitiv nicht so ist. 


Dieser Tag gab mir Mut, dass sich in den Köpfen etwas ändern kann, denn meine Führungskräfte und das Organisationsteam haben erkannt, dass meine Fähigkeit auch bereichern kann. Danke!

 
 
 

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